Wenn das neue Jahr vor der Tür steht, fallen viele von uns in den Gute-Vorsätze-Modus. Dann werden Listen mit Dingen aufgestellt, die man lieber sein lassen möchte. Dinge, die man stattdessen tun möchte. Weniger Stress, mehr Sport, besseres Essen, kein Rauchen, kein Alkohol.

Tatsache ist jedoch, das die meisten der guten Vorsätze nicht durchgehalten werden. Im Schnitt schaffen es gerade einmal 38 Prozent über die schwierigen ersten Wochen hinaus.

Wie wäre es, wenn man nicht nur bestimmte Bereiche des Lebens ändern würde, sondern gleich das ganze Fundament austauschen könnte? Vielleicht scheitern so viele an ihren Zielen, weil sie einfach nur bestimmte Bereich ändern wollen, ohne sich einmal Gedanken über die Ausrichtung ihres gesamten Lebens zu machen. Als Christ glaube ich, dass wir fundamentale Impulse über die Ausrichtung unseres Lebens aus der Bibel bekommen. Von daher schlage ich für das neue Jahr nur einen guten Vorsatz anstelle einer ganzen Liste von Vorsätzen vor. Wie wäre es, wenn du dir im nächsten Jahr jeden Tag ein wenig Zeit nimmst, um die Bibel innerhalb von 365 Tagen durchzulesen? Ich glaube, dass das dein Leben viel mehr verändern wird, als jeder noch so gute Vorsatz.

Hier ist eine kleine Auswahl an Leseplänen, die bei einem solchen Unternehmen helfen können. Jeder Plan hat seine Vor- und Nachteile und kann natürlich angepasst werden.

In einem Jahr durch die Bibel

Die meisten klassischen Lesepläne führen in einem Jahr durch die Bibel. Meiner Meinung nach ist das ein guter Zeitraum um die Bibel im ganzen zu lesen. So kann sich leicht ein Rhythmus einstellen und vielleicht kann man so in dreißig Jahren auf eine dreißig Mal durchgelesene Bibel gucken.

Chronologisch

Eine Möglichkeit des Lesens ist ein chronologischer Plan. Hierbei liest man die Kapitel in der Reihenfolge der berichteten Ereignisse. So folgt auf Gen 50 zum Beispiel nicht Ex 1, sondern das Buch Hiob, da man es zeitlich dort einordnet. Das spannende an einem solchen Plan ist, dass man die sieht, wie die Bücher der Bibel zeitlich zueinander passen. Einen solchen Plan gibt es hier.

Gemischt

Das Problem vieler chronologischer Pläne ist es, dass man zuerst einmal durch das Gesetz „muss“. Gerade wer zum ersten Mal in der Bibel liest, kann dadurch abgeschreckt werden. Hier wäre ein Leseplan zu empfehlen, der sich von Anfang an aus Altem und Neuem Testament zusammen setzt, also ein gemischter Plan ist. die-bibel.de bietet zum Beispiel einen Plan, der für jeden Tag eine Lesung aus dem Alten Testament, eine aus dem Neuen Testament und eine aus den Psalmen vorsieht.

Wer eine Revidierte Elberfelder besitzt, findet im Anhang bereits zwei Lesepläne. Hier kann man sich entscheiden, ob man dem vorgegebenen Jahresplan folgen will oder ob man nach dem Abhake-System vorgeht und immer einen Haken setzt, wenn man ein Kapitel gelesen hat.

Nach Genres unterteilt

Eine weitere Option ist die Aufteilung nach Genres. So liest man jeden Sonntag aus den Briefen des Neuen Testaments, am Montag aus dem Gesetz, Dienstag aus den Geschichtsbüchern, usw. Auf diese Weise liest man in allen Teilen der Bibel und lernt zugleich etwas über die Wichtigkeit der einzelnen Genres. Hier findet ihr eine bereits fertig erstellte Aufteilung, die innerhalb eines Jahres auf diese Weise durch die Bibel führt.

Von vorne nach hinten

Zum Schluss ist natürlich noch die simpelste Methode zu erwähnen: das Lesen von Buchdeckel zu Buchdeckel. Man beginnt am ersten Januar mit Genesis 1 und endet am einunddreißigsten Dezember mit Offenbarung 22. Verteilt man die 1189 Kapitel auf ein Jahr müsste man so drei bis vier Kapitel pro Tag lesen.

Lesepläne, die bestimmte Abschnitte berücksichtigen 

Eine zweite Gruppe von Plänen beschränkt sich in der Auswahl der Bücher. So gibt es eine ganze Anzahl Pläne nur für das Neue Testament. Gerade für Junge Christen sind solche Pläne geeignet, da sie von Anfang an das Handeln Jesu in den Fokus rücken. Einige Beispiele hierfür sind:

5x5x5

Ein einfacher Plan zum Beginnen wäre der 5x5x5-Plan. Man liest an fünf Tagen in der Woche jeweils fünf Minuten. Dazu kommen fünf Arten, den Text tiefer zu verstehen. Gerade die Verbindung von Lesen und tieferem Verstehen macht diesen Plan besonders. Zu finden ist der Plan des Decipleship Journals hier.

Die Bibel in sechs Monaten

Will man das Neue Testament der Reihe nach in sechs Monaten lesen, bietet sich dieser ESV-Plan an. Man fängt bei Matthäus an und endet nach sechs Monaten mit der Offenbarung. Danach kann man entweder von vorne beginnen oder nimmt sich das Alten Testament vor.

Jeden Monat das Neue Testament

Eine weitere Möglichkeit ist es, das Neue Testament einmal im Monat zu lesen. Für die Evangelien und die Apostelgeschichte muss man ein paar Tage mehr einplanen, für die Briefe braucht man etwas weniger Zeit. Am Ende des Jahres hat man das Neue Testament so zwölf Mal ganz gelesen und hat eine gute und feste Grundlage für sein Glaubensleben.

Besondere Systeme

Neben diesen klassischen Leseplänen gibt es auch immer wieder außergewöhnliche Systeme zum Lesen der Bibel.

Ein interessantes System bietet Grant Horner. Er hat seine Bibel in zehn unterschiedlich lange Teile geteilt und liest jeden Tag aus jedem Teil ein Kapitel. Wenn er mit einem Teil fertig ist, fängt er wieder von vorne an. So ergeben sich bei jedem Lesen neue Kombinationen der zehn Kapitel. Ich finde das System sehr gut und kann nur empfehlen es einfach mal einen Monat lang zu testen. Wer mal erfahren will, sollte diesen Artikel von Tim Challies lesen.

Jim Elliff schlägt hingegen vor, sich ein Buch vorzunehmen und es immer wieder zu lesen. Danach sucht man sich ein neues aus und liest es wieder mehrere Male nacheinander. Das wiederholt man, bis man alle Bücher der Bibel durch hat. Der Plan ist also weniger darauf ausgelegt, die Bibel in einem Jahr komplett zu lesen. Es geht vielmehr darum, sich so stark wie möglich mit der Bibel zu umgeben. Indem man den gleichen Text über einen längeren Zeitraum immer wieder liest, wird man auf eine ganz andere Art mit ihm vertraut, als würde man ihn lediglich einmal lesen und dann zum nächsten Buch wechseln.

Fünf Gedanken über Bibellesepläne

  1. Der Plan kann noch so ausgefuchst und voller Ideen sein, er steht nie über der Bibel, sondern führt immer nur zu ihr hin.
  2. Hauptaufgabe des Plans ist es, eine Routine zu schaffen, da uns Routinen neue Abläufe erleichtern.
  3. Ein Leseplan sollte nicht als bloße Checkliste behandelt werden, auf der man abhakt, was man gerade noch möglichst schnell gelesen hat.
  4. Der Plan bringt mir nur etwas, wenn ich mich auch daran halte.
  5. Wer zum neuen Jahr einen Plan beginnt, sollte sich am ersten Januar mit seiner Bibel in einen gemütlichen Stuhl setzen, sich auf das größte Abenteuer seines Lebens einstellen und die Worte aus Psalm 119,18 beten:

 Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s