Welchen Einfluss haben 800 Worte pro Woche auf unsere Gesellschaft? Und welche Wirkung haben sie auf unsere Gemeinden und uns selbst? Was kann es für Vorteile haben, wenn ich mir die Zeit nehme und neben den Arbeiten, die ein Pastorat mit sich bringt auch noch einen Blog starte? Hier habe ich fünf Gedanken gesammelt, warum ich der Meinung bin, dass Pastoren sich gerade dafür die Zeit nehmen sollten. 

1. Jede Beziehung braucht Kommunikation

Wer Pastor in einer Gemeinde ist, übernimmt Verantwortung. Verantwortung für die Verkündigung des Evangeliums und Verantwortung für die pastorale Versorgung der Menschen vor Ort. Soll diese Beziehung gesund sein, muss kommuniziert werden. Ein Blog ist hierbei ein einfaches Medium, um mit wenig Aufwand mit vielen Menschen Kontakt zu halten.

2. Neue theologische Themen können beleuchtet werden

Wer wie wir in einem Beruf arbeitet, der Schreibarbeit erfordert, weiß, dass Schreiben nicht ohne Nachdenken funktioniert. Wer sich also zweimal pro Woche hinsetzt, um einen Blogartikel zu verfassen, muss sich immer wieder auf neue theologische Gebiete begeben. So entwickelt man über kurz oder lang eine Arbeitsroutine. Pastoren, die so einen Fundus an thematischen Artikeln schaffen, werden nach einiger Zeit nicht nur insgesamt routinierter arbeiten, sie werden auch im Alltag viel schneller auf den studierten Inhalt der Artikel zugreifen können.

3. Aktuelles Geschehen kann aus biblischer Perspektive beleuchtet werden

Pastoren haben viel zu sagen. Sehr viel. Manchmal so viel, dass eine Predigt dafür nicht reicht. Ein Blog kann daher dazu dienen, aktuelle Themen aus biblischer Sicht zu betrachten. So muss nicht versucht werden, alles aktuelle in die Sonntagspredigt zu pressen. Damit bleibt der Sonntag für die Auslegung von Gottes Wort, während unter der Woche tagespolitische Themen biblisch kommentiert werden können.

4. Ein Blog ist ein Aushängeschild

Im Blick behalten werden muss, dass der Pastor nie nur für seine Gemeinde schreibt. Gut gemachte Überschriften und interessante Fragen tauchen bei Google auf, socialmedia trägt das Geschriebene über die Gemeindegrenzen hinaus.
Der Blog dient dann nicht nur der Gemeinde, sondern wird zu einem Instrument in der Evangelisation und dem Gemeindeaufbau.

5. Jesus

Schließlich soll das Bloggen wie jede andere Tätigkeit des Pastors auf Jesus fokussiert sein. Wir leben in einer Zeit, die vernetzt und unmittelbar ist, wie keine zuvor. Damit wachsen die Anforderungen an Pastoren. Galt es vor hundert Jahren Jesus in der Stadt bekannt zu machen, stehen wir nun einer ganz neuen Welt gegenüber, die es zu nutzen gilt. Lassen wir Jesus aus dem Netz, verabschieden wir uns als Christen von einem großen Teil von Kultur, Gesellschaft und Schöpfung.

Wie immer die spannende Frage am Ende: Was habe ich vergessen? Was seht ihr anders? Habt ihr in euren Gemeinden besondere Erfahrungen mit bloggenden Pastoren gemacht?

4 Kommentare zu „5 Gründe, warum Pastoren bloggen sollten

  1. Ich finds ganz toll, dass ich heute über dich gestolpert bin und habe schon viel Interessantes hier gelesen.
    Ich fände es wichtig, dass Kirchen sich aktiv ins Internet begeben, Pastor*innen bloggen, Gemeinden sich auf Facebook oder in WhatsApp Gruppen vernetzen,…. Im Netz ist sehr viel Religionsunverständnis unterwegs, sehr viele Menschen die nicht glauben urteilen über Gläubige (kann auch an meiner Filterbubble liegen). Es wäre schön, würde man da öfter mal (fundierte) Gegenstimmen lesen und mehr Diskussion entstehen zwischen vermeintlich „dummen unwissenschaftlichen Glaubenden“ und „intelligenten wissenschaftlichen Nicht-Glaubenden“, denn das sind die oft gezeichneten Bilder.
    Davon abgesehen erreicht man auch gerade junge Menschen eher nicht mehr mit dem Aushang im Schaukasten vor dem Gemeindehaus 😉
    Also ja: überzeug mal noch mehr Kollegen zu bloggen. Gerne auch die anderer Religionen. Das Internet und die sozialen Medien, gehören zur Lebensrealität (fast) aller Gläubigen. Natürlich sollte entsprechend auch die Religion im Internet zu finden sein.

    1. Hey, vielen Dank für dein Feedback! Da hast du dich ja quasi bis zum Anfang durchgelesen.
      Du hast recht, bei Kirche und Internet ist noch einiges zu tun. Gerade im Bereich social. Denn selbst wenn es Seiten gibt, werden die dann zum Teil nur Montag bis Freitag als einseitige Kanäle genutzt und eben nicht zum connecten. Obwohl es auch sehr gute Gegenbeispiele gibt.
      Ich werde weiter mein Bestes geben und Kollegen überzeugen 😉

      1. Klar, so aus dem hohlen Bauch fallen mir gerade ein:
        maltedetje.wordpress.com
        philippikablog.wordpress.com

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