Jedes Jahr nehmen Millionen von Menschen an einem Marathon teil. Eine große Gruppe startet an Punkt A und kommt 42,195 Kilometer später bei Punkt B ins Ziel. Jubel, Geschrei, Siegertreppchen. Das gilt natürlich nur, wenn man – ganz im Gegensatz zu mir – die Kondition dazu hat.

Paulus spricht auch von einem Wettlauf. Er meint damit jedoch keinen Wettbewerb und auch kein Sportereignis, sondern das christliche Leben.

1. Was ist das Ziel?

 

Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.

(Phil 3,10-11)

Paulus hat das Ziel vor Augen. Er möchte Christus als den Auferstandenen erkennen. Er möchte Gemeinschaft mit ihm haben und so am Ende der Zeit von den Toten auferstehen. Denn auch dort wird er weiterhin Gemeinschaft mit ihm haben.

In unseren Leben passiert es leicht, dass wir das Ziel aus den Augen verlieren. Wir richten unseren Blick auf etwas, erkennen, wie wichtig es für uns ist … und werden im nächsten Moment abgelenkt. Vielleicht von etwas, das uns vermeidlich als noch wichtiger erscheint. Vielleicht auch von etwas, was uns nach langer Zeit wieder in den Sinn kommt. Mit einem Mal erscheinen andere Dinge viel wichtiger als das Ziel, das wir eben noch vor Augen hatten.

 

2. Wie richte ich mich aus?

 

Nicht, dass ich’s schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich’s wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin. Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich’s ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, […]

(Phil 3,12-13)

Wer an einem Rennen teilnimmt, sollte wissen, in welche Richtung es geht. Nichts ist peinlicher, als nach 42 Kilometern in erstaunte Gesichter zu blicken, die nichts von einem Marathon wissen.

Paulus ist sich im Klaren darüber, in welche Richtung es geht. Er läuft auf das Ziel, auf Christus zu. Das, was hinter ihm liegt, will er vergessen. Er lässt Dinge hinter sich, die ihn zurück halten könnten und die ihn an seinem Vorankommen hindern. Und bei alledem ist er sich bewusst, dass er sein Ziel noch nicht erreicht hat. Es ist vielmehr andersherum: Nicht er hat sein Ziel ergriffen, sondern sein Ziel hat ihn bereits ergriffen. Paulus ist von Jesus Christus ergriffen und kann daher selbst nach Christus greifen. Hätte Christus ihn nicht erwählt, wäre Paulus nicht einmal in die Umkleidekabine zur Vorbereitung auf das Rennen gekommen. Und eben deshalb kann Paulus seine Vergangenheit hinter sich lassen: Mit der Begegnung mit Christus hat für ihn ein neues Leben begonnen, das es nun zu Ende zu führen gilt.

 

 

3. Was erwartet mich im Ziel?

 

und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.

(Phil 3,14)

Als Christen haben wir unser Ziel noch nicht erreicht. Wir jagen ihm nach. Jeden Tag. Manche von diesen Tagen sind voll von Sonnenschein und es läuft sich beinahe von alleine. An anderen Tagen müssen wir gegen Stürme ankämpfen.

Aber einer Sache können wir uns jetzt schon sicher sein: Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen, was uns erwartet, wenn wir im Ziel ankommen. Das Rennen ist bereits entschieden. Vor 2000 Jahren ist einer für mich über die Ziellinie getreten und hat mein Schicksal für immer und unabänderlich entschieden. Ich kann das Rennen jetzt nicht mehr alleine gewinnen. Aber ich kann es auch nicht verlieren. Ich kann nur auf den vertrauen, der es bereits gewonnen hat und weiterlaufen. Denn er wird mein Leben zu einem guten Ende bringen (Phil 1,6).

auf das ziel ausgerichtet_Fotor

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