Glaubst du an Gott?

Es gibt Fragen, bei denen man nicht lange um den heißen Brei herum redet. Wieviel verdienst du? Welche Partei wählst du? Welches Fußballteam supportest du? Und: Glaubst du an Gott?

All das sind Fragen nach persönlichen Details oder Überzeugungen, auf die man eine direkte Antwort möchte (wenn man sich denn traut, sie zu fragen). Oder bei denen man sich zumindest wünscht, dass das Gegenüber eine Antwort parat hat.

Und gerade mit der Frage nach dem Glauben an Gott ist das so eine Sache. Was sagt eine Antwort auf die Frage Glaubst du an Gott? überhaupt aus?

 

Der Glaube an Gottes Existenz

Es gibt einen Glauben an Gottes Existenz. Damit ist die Überzeugung gemeint, dass wir nicht alleine sind, dass es ein (all)mächtiges Wesen gibt. Interessant ist die Frage, wie man zu einer solchen Überzeugung kommt.

Paulus berichtet uns in Röm 2, dass den Heiden das Gesetz ins Herz geschrieben ist.

Wenn nämlich Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz, da sie ja beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, […]

(Röm 2,14-15)

Landläufig nennen wir das Gewissen. Wir bekommen ein schlechtes Gewissen bei falschen Dingen, die wir tun und ein gutes bei richtigen Dingen. Und das ist bei jedem Menschen so. Unterschieden werden kann nur die Ausprägung. Wann genau sich das Gewissen meldet, kann sich von Mensch zu Mensch unterscheiden.

Ebenso findet sich eine Erkenntnis Gottes in den Werken der Schöpfung:

Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und das Firmament verkündigt das Werk seiner Hände. Es fließt die Rede Tag für Tag, Nacht für Nacht tut sich die Botschaft kund. Es ist keine Rede und es sind keine Worte, deren Stimme unhörbar wäre.

(Ps 19,2-4)

Paulus folgert hieraus eine Kenntnis Gottes bei allen Menschen.

[…] weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat; denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, so dass sie keine Entschuldigung haben.

(Röm 1,19-20)

Wenn Gottes Existenz sowohl an unserem Gewissen als auch an den Werken der Schöpfung – ihrer Schönheit, der Feinabstimmung ihrer Abläufe und ihrer Vielfalt – erkannt werden kann, ist es auch nicht auszuschließen, dass man zu der Überzeugung kommt, dass Gott existiert. Aber was genau besagt diese Überzeugung? Was hat es für eine Bedeutung, wenn ich aufgrund meines Staunens über die Schöpfung zu der Überzeugung komme, dass Gott existiert? Immerhin glaube ich dann an Gott. Ich glaube, dass ein Gott existiert, der all das geschaffen hat, über das ich gerade staune.

 

Gott glauben

Was meine ich wenn ich sage: Glaubst du Gott? Und was ist – meiner Meinung nach – der Unterschied zum Glauben an die Existenz Gottes, wie ich ihn oben beschrieben habe?

Der Satz Glaubst du Gott? impliziert, dass Gott mir etwas sagt. Dass Gott eine Botschaft für mich hat, die mich unbedingt angeht und die mir niemand anderes sagen kann. Und dass gerade diese Botschaft ein Leben – mein Leben – verändern kann.

Denn was folgt aus meinem Staunen über die Schöpfung? Im Zweifel gar nichts. Wenn der Kirschbaum verblüht und die Sonne untergegangen ist, gehe ich weiter und freue mich, dass alles irgendwie so schön ist und bestimmt jemand dafür verantwortlich ist. Von einer Botschaft, die mein Leben verändert, ist keine Spur. Ich kann Gott also in der Schöpfung begegnen und zu dem Schluss kommen, dass er existiert. Allerdings erfahre ich nicht allzu viel über seine Botschaft an mich.

Hier muss man wieder einmal den Grundsatz im Hinterkopf behalten: Die Bibel ist ein Buch über und von Gott an uns. Die Bibel ist also kein Buch, in dem Menschen bloß irgendetwas aufgeschrieben haben oder eine Sammlung netter Weisheiten. Die Bibel ist ein Buch, in dem Gott mir etwas mitteilen möchte. Es ist die Geschichte Jesu – die Zeit vor seinem Kommen, in der alles auf ihn und die Notwendigkeit eines Retters hinweist, die Zeit seines Lebens und Sterbens und die Zeit der Kirche, die auf sein Kommen wartet.

Und in diesem Buch stehen Verheißungen. Verheißungen an dich und an mich.

 

Glaubst du Gott, dass er…

  • dich geschaffen hat (Gen 1,27)?
  • in allen Lebenslagen bei dir ist (Jos 1,9)?
  • für dich Mensch geworden ist (2Kor 5,19-20)?
  • am Kreuz deine Schuld auf sich genommen hat (Jes 53,5)?
  • dich auf dem Weg des Glaubens ans Ziel führen wird (Phil 1,6)?
  • seine Hand schützend über dich hält (Ps 37,24)?
  • dich im Moment des Todes in seine Arme aufnehmen wird (Joh 5,24)?
  • am Ende der Zeit kommen wird um für Gerechtigkeit zu sorgen (Hebr 10,37-38)?
  • jede Träne von deinen Augen wischen wird (Offb 21,4)?

 

glaubst du gott

 

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