Vor zwei Wochen hatte ich die Ehre meinen Opa zu beerdigen. Er war ein großer Mann, der nach achtzig Jahren auf dieser Erde zu Gott heimgekehrt ist. Jetzt, in den Tagen danach, fallen mir immer wieder Dinge ein, die ich von ihm gelernt habe.

1. Die Familie ist da.

Mein Opa war ein Familienmensch. Er hat mir gezeigt, was eine Familie gemeinsam durchstehen kann, wenn sie zusammenhält. Ich hatte das Glück in einer großen Familie aufzuwachsen. Wir wohnten alle nah beieinander und ich wusste, dass immer eine Tür für mich offen stand. Und es gab nichts, dass die Tür verschlossen hätte. Denn als Familie gehören wir zusammen.

Dass mein Opa ein Mensch war, der gerne andere Menschen um sich hatte und der sich um seine Mitmenschen gekümmert hat, konnte ich auch auf der Beerdigung sehen. Die Kirche war so voll, dass manche draußen sitzen mussten.

 

2. Vier Hände schaffen mehr als zwei.

Ich muss ungefähr fünf Jahre alt gewesen sein, als mein Opa das zu mir sagte. Er war gerade dabei, die Steine der Auffahrt hochzunehmen, weil sie abgesackt waren. Ich habe ihn gefragt,ob ich ihm dabei helfen kann. „Na klar,“ hat er gesagt. „Vier Hände schaffen ja mehr als zwei.“ Dann musste er aushalten, dass ich als Fünfjähriger natürlich überhaupt nicht in der Lage war, auch nur irgendeinen Stein ordentlich zu legen. Aber er hat mitgespielt. Weil er mein Opa war und mir etwas beibringen wollte.

 

3. Bete.

In den letzten Tagen haben wir viel zusammen gebetet. Besonders mochte er Psalm 23.  Wir haben über seinen Tod gesprochen. Er hat mir erzählt, dass er keine Angst vor dem Sterben hat. Das war so ein Moment, an dem es ganz still wird.

Mein Opa hat jeden Morgen und jeden Abend gebetet. Er wusste, dass Gott da ist und ihm zuhört. Gott war für ihn nicht bloß irgendwie da. Gott war sein Gegenüber in einer lebendigen Beziehung.

 

4. Gott lässt dich nicht alleine.

Die letzten Wochen waren hart. Ich habe noch immer seine Stimme im Ohr. „Gott wird mich erlösen. Gott holt mich zu sich.“ Das hat er getan. Gott hat ihn zu sich nach Hause geholt. Mein Opa ist mit etwas gestorben, auf das er sein Leben gebaut hat. Er ist im Vertrauen gestorben, dass er nicht alleine ist. Er wusste, dass sein Herr ihm voraus gegangen war und nun auf ihn gewartet hat.

Vor knapp siebzig Jahren wurde ihm das bereits bei seiner Konfirmation zugesprochen:

Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für seine Schafe.

(Joh 10,12)

Danke.

opa

2 Kommentare zu „4 Dinge, die ich von meinem Opa gelernt habe

  1. Ein wunderbarer Beitrag über deinen Opa. Er hat dir wahre Dinge beigebracht. Sei stolz auf ihn und bewahre ihn dir immer in deinem Herzen. Denn er ist immer da und wird auch immer auf dich aufpassen und über dich wachen.

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