Urlaub ist keine Option, Urlaub ist ein Muss.

Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein.

(Mt 14,23)

Immer wieder zieht sich Jesus in den Evangelien zurück und nimmt Abstand von dem Treiben und dem Trubel. Damit ist er uns ein gutes Vorbild. Wir können nicht wochen- und monatelang leisten, ohne einen Ausgleich in Form von freier Zeit zu haben. Bereits in der Schöpfung ist dieses Verhältnis von Arbeiten und Ruhen angelegt. Gott schafft sechs Tage lang die Welt und zieht sich am siebten Tag zurück. Ebenso sehen wir es in den zehn Geboten: Ein Tag der Woche wird hervorgehoben, um ihn besonders zu heiligen. Menschen leben also von je her in einem Ausgleich von Arbeit und Nicht-Arbeit.

Für Pastoren gilt das ebenso. Denn trotz aller Berufung muss sich ein Pastor zwischendurch immer mal wieder aus dem Alltag des Pfarramts zurückziehen. Für mich geht es in dieser Zeit vor allem darum, Energie zu tanken, zu entspannen und Tage ohne Termine zu genießen.

Damit das auch mit größtem Gewinn klappt, habe ich mir einige Gedanken gemacht, die ich hier mit dir teilen möchte. Vielleicht hilft es dir ja. Ganz egal, ob du Pastor bist oder nicht.

Vier Tipps, um das meiste aus deinem Urlaub rauszuholen

1. Was brauche ich?

Finde heraus, welchen Urlaub du brauchst. Für den einen ist es die freie Zeit zu Hause, für den anderen ist es das Alleinsein. Wieder andere müssen so weit wie möglich weg vom gewohnten Umfeld. Dein Urlaub kann nur wirklich erholsam sein, wenn du dir vorher schon überlegt, was du eigentlich brauchst. Zu einer solchen Planung gehören Absprachen in der Familie, Buchungen und Vorbereitung. Denn wie so oft ist Vorbereitung die halbe Miete.

2. Delegiere das Notwendige

Nichts ist schlimmer, als Stillstand. Na gut, fast nichts. Daher muss in meiner Abwesenheit ein Ansprechpartner bereit sein. Bei uns Pastoren ist das relativ einfach. Ich darf überhaupt erst Urlaub nehmen, wenn ich eine Vertretung habe. Denn Gottesdienste müssen stattfinden und auch Beerdigungen warten keine drei Wochen auf mich.

In der Gemeinde selbst lege ich schon vor meinem Urlaub fest, ab wann nach meinem Urlaub wieder Taufen, Termine und Meetings stattfinden können. Denn den ersten Tag brauche ich, um erst einmal wieder anzukommen. Dann wissen alle Bescheid und niemand steht auf dem Schlauch. Da wir einen geteilten Onlinekalender haben, ist auch in meiner Urlaubszeit sichtbar, wann für die Zeit nach meinem Urlaub Termine frei sind. So muss ich nicht angefragt werden und das Gemeindebüro kann selbstständig entscheiden.

3. Kommuniziere deine Erreichbarkeit

Wir leben in einer Gesellschaft der ständigen Erreichbarkeit. Das gilt für Pastoren, aber auch für jeden anderen, der beruflich mit Menschen zu tun hat. Ob ich im Urlaub bin oder auch nicht, die Mails trudeln ein. Ebenso die Anrufe. Daher ist es wichtig, die Erwartungen nicht zu enttäuschen und zu kommunizieren, warum ich gerade nicht antworte. Am Telefon ist das ziemlich simpel. Auf der Fritzbox nehme ich eine Nachricht mit der Telefonnummer der Vertretung auf. Anrufe zeichne ich während meiner Abwesenheit nicht auf.

Bei den Emails wird es schon spannender. Zuerst einmal wird eine Abwesenheitsmeldung geschaltet. Jeder, der mir schreibt, bekommt eine automatische Antwort zurück. In der Nachricht stehen die Nummer der Vertretung und der Zeitpunkt, zu dem ich wiederkomme. Aber es steht noch etwas zweites drin: Alle Mails, die während meines Urlaubs ankommen, werden automatisch gelöscht. Wer mir schreiben möchte, muss das ein zweites Mal tun, wenn ich wieder da bin. Ernsthaft. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum Einen ist es extrem zeitraubend, einem drei Wochen alten Posteingang hinterher zu telefonieren. Da ich während meiner Urlaubszeit eine Vertretung habe, wird sich das meiste nach meinem Urlaub eh erledigt haben. Zum Anderen komme ich so gar nicht erst in die Versuchung meine Mails im Urlaub zu checken.

Alle Anrufe und Mails, die nicht zwingend von mir bearbeitet werden müssen, werden so bearbeitet und alles andere erreicht mich nach meinem Urlaub.

4. Nutze deinen Urlaub auch wirklich

Der letzte und wichtigste Punkt. Menschen neigen oft dazu, in der Zukunft zu leben. Wenn wir arbeiten, träumen wir uns in die Freizeit. Im Umkehrschluss kann es ebenso passieren, dass wir zwar im Urlaub sind, unsere Gedanken aber schon zwei Wochen weiter sind. Nutze deinen Urlaub, um tatsächlich im Moment zu leben. Mit einer guten Vorbereitung musst du gedanklich nicht im Büro sein. Denn was bringt dir ein Urlaub, aus dem du im gleichen Zustand zurück kommst? Ein Urlaub sollte deine Energiereserven wieder aufladen, sollte dir Abstand verschaffen, damit du mit neuem Elan und neuer Energie wieder den Aufgaben nachgehen kannst, mit denen Gott dich betraut hat.

Und nicht vergessen: Urlaub ist keine Option, Urlaub ist ein Muss.

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